Mo, 25. April 2016

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11:00 Uhr

Shared Reading

Das vor über zwanzig Jahren in Liverpool entwickelte und in Großbritannien überaus erfolgreiche Konzept des gemeinsamen Lesens brachten Thomas Böhm und Carsten Sommerfeldt 2015 nach Deutschland. Gerade erst im März stellten sie dieses außergewöhnliche Lese-Erlebnis im Rahmen der Leipziger Buchmesse einem größeren Publikum vor. READ!BERLIN ist das erste Literaturfestival, das Shared Reading zu einem Betsandteil seines Programms macht.

Und so funktioniert’s: Gemeinsames Lesen einer Kurzgeschichte und eines Gedichtes mit ausreichend Zeit für ihre Wirkung. Literatur als sinnliche Erfahrung in kleiner Runde, in der besprochen wird, was man individuell wahrgenommen hat, aktiv teilnehmend oder einfach nur zuhörend.

Thomas Böhm

Thomas Böhm

Thomas Böhm, geboren 1968 in Oberhausen, war 1999 bis 2010 Programmleiter des Literaturhauses Köln, 2012 bis 2014 des internationalen literaturfestivals berlin, 2011 des Ehrengastauftritts Islands bei der Frankfurter Buchmesse und 2014 während der Leipziger Buchmesse Kurator von Auftritt Schweiz.
www.shared-reading.de

Termin

Mo, 25.4.2016, 11:00 Uhr

Ort: Galli Theater | Map
Eintritt frei

14:00 Uhr

Spaziergang

…ins literarische Gedächtnis der Stadt

Führung durch die historischen Sammlungen der Zentralen Landesbibliothek Berlin. Ob Gelehrten-, Schriftsteller-, oder Fürstenbibliothek, seltene Künstlerbücher, Tarnschriften oder wertvolle Autographien: Die Historischen Sammlungen bergen zahlreiche Schätze. Read!Berlin lädt ein zu einem Spaziergang durch das literarische Gedächtnis unserer Stadt.

 

Termin

Mo, 25.4.2016, 14:00 Uhr

Startpunkt: Berliner Stadtbibliothek, Foyer | Map
Eintritt frei

17:00 Uhr

Shared Reading

Das vor über zwanzig Jahren in Liverpool entwickelte und in Großbritannien überaus erfolgreiche Konzept des gemeinsamen Lesens brachten Thomas Böhm und Carsten Sommerfeldt 2015 nach Deutschland. Gerade erst im März stellten sie dieses außergewöhnliche Lese-Erlebnis im Rahmen der Leipziger Buchmesse einem größeren Publikum vor. READ!BERLIN ist das erste Literaturfestival, das Shared Reading zu einem Betsandteil seines Programms macht.

Und so funktioniert’s: Gemeinsames Lesen einer Kurzgeschichte und eines Gedichtes mit ausreichend Zeit für ihre Wirkung. Literatur als sinnliche Erfahrung in kleiner Runde, in der besprochen wird, was man individuell wahrgenommen hat, aktiv teilnehmend oder einfach nur zuhörend.

Carsten Sommerfeldt

Carsten Sommerfeldt

Carsten Sommerfeldt koordinierte als Pressechef des Berlin Verlags (1996-2011) und der Verlagsgruppe Droemer Knaur (2011 – 2014) sämtliche große Pressekampagnen in Belletristik und Sachbuch , das Online-Marketing und die Social-Media-Aktivitäten. Zudem organisierte er zahlreiche Lesereisen mit internationalen SchriftstellerInnen und Persönlichkeiten wie Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer, Zeruya Shalev, Ingo Schulze, Richard Sennett, Margaret Atwood, Richard Ford und Hillary Clinton.
www.shared-reading.de

© Foto: Colin McPherson

Termin

Mo, 25.4.2016, 17:00 Uhr

Ort: Galli Theater | Map
Eintritt frei

19:00 Uhr

Princeton 66.
Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47

Das große Auswärtsspiel der deutsch­sprachigen Literatur in Amerika.
Jörg Magenau im Gespräch mit Kristof Magnusson.

1966: In Vietnam tobt der (Stellvertreter-)Krieg, in China „revolutioniert“ Mao die Kultur. Zeitgleich machen sich die wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller und Kritiker – etwa 80 der vielen Eingeladenen – auf, um an der US-amerikanischen Ostküste über Literatur zu diskutieren. Unter ihnen Grass, Lenz und Enzensberger. Höllerer, Mayer und Reich-Ranicki. „Die Regeln denkbar einfach: Eine Lesung dauert nicht länger als zwanzig Minuten. Diskussion über das Gehörte.“ Einmal meldete sich ein „pilzköpfiger, nahezu schüchterner Mann“, der auf einer Veranstaltung den Anwesenden „Beschreibungsimpotenz“ vorwirft. Über Nacht war ein Jungstar der Literatur geboren: Peter Handke. Sein Anfang als Jungstar war einer der Gründe für das Ende der Gruppe 47. Die grundsätzliche Kritik blieb nicht wirkungslos.

Magenaus Buch ist ein kulturgeschichtliches Panorama über das Gastspiel der Gruppe 47 in Princeton.

„Der zweite und der dritte Tag plätscherten so dahin. Es galt, die Mühen der literarischen Ebenen zu durchleiden. Die Kritiker verrichteten ihre Arbeit mit gedämpfter Freude an der eigenen Eloquenz, und weil die meisten Texte doch eher fad waren, platzte gelegentlich einem der Kragen. Das gerade Gehörte war dann nur ein Anlass, der Groll galt der Summe der Darbietungen, der eigenen Müdigkeit, dem Restalkohol und diesem Gefühl, das tatsächlich nicht von der Hand zu weisen war: Warum, zum Teufel, saßen sie hier in Princeton, bloß um sich anzuhören, was doch in einer Gastwirtschaft in der Eifel viel entspannter möglich gewesen wäre? „Why Princeton?“, fragte auch die American German Review in einer kleinen Sonderausgabe zur Begrüßung der deutschen Dichter, aber nur, um erst gar keine Zweifel aufkommen zu lassen. Nicht nur die Bedeutung Princetons für deutsche Exilanten während der Nazizeit wurde dort ins Feld geführt, die vor demselben Grauen geflohen waren, gegen das so viele der Gruppe-47-Autoren in ihren Werken opponierten, wie es dort hieß. Zudem verwiesen die amerikanischen Germanisten auf die Princetoner „Writers in Residence“, Saul Bellow, Philip Roth, William Meredith, die daran erinnerten, dass Literatur immer auch etwas mit der gegenwärtigen Welt zu tun habe. So verorteten sie Princeton zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Europa und Amerika, zwischen Autorschaft und öffentlicher Herausforderung.“ (S. 166f)

„Mit einer konzisen Mischung aus Anekdoten und Kontexten erzählt Magenau aus dem Princeton-Momentum heraus eine Gesamtgeschichte der Gruppe 47. Überzeugend führt er aus, wie mit ihrem Ende 1967 auch eine Selfmade-Ära des deutschen Nachkriegsliteraturbetriebs zu Ende ging.“ Marc Reichwein, DIE WELT

Jörg Magenau

Jörg Magenau

Jörg Magenau, geb. 1961 in Ludwigsburg, Studium Philosophie und Germanistik, 1990 bis 1999 für Wochenpost, der Freitag und taz tätig. 1995 Alfred-Kerr-Preis als als Literaturredakteur für den Freitag. Zwischenzeitlich Redakteur »Berliner Seiten« und »Literaturen«. Er hat drei vielbeachtete Bücher veröffentlicht: eine Biographie über Christa Wolf, eine Biographie über Martin Walser und eine Geschichte der taz.

© Foto: Olaf Kuehl

Kristof Magnusson

Kristof Magnusson

Kristof Magnusson, geboren 1976 in Hamburg, lebt als Autor und Übersetzer aus dem Isländischen in Berlin. Sein Debütroman „Zuhause“ (2005) wurde mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet, seine Romane Das war ich nicht und  Arztroman waren Bestseller. Die Verfilmung seiner Komödie Männerhort (mit Christoph Maria Herbst, Detlev Buck und Elyas M’Barek) kam im Oktober 2014 in die Kinos.

© Foto: Gunnar Klack

Termin

Mo, 25.4.2016, 19:00 Uhr

Ort: Galli Theater| Map
Eintritt: 8,-/ erm. 6,- €

Tickets

21:00 Uhr

Vergessene Premieren

Ruth Landshoff-Yorck und die zwanziger Jahre

Fritzi Haberlandt liest aus Romanen und Feuilletons von Ruth Landshoff-Yorck, Britta Jürgs stellt die Autorin vor.

Sie wird 1904 in Berlin geboren, entstammt dem jüdischen Bürgertum und ist eine Nichte des großen Verlegers Samuel Fischer. In den 1920er Jahren wird sie zum Star der Berliner Bohème. Der koketten, androgyn wirkenden jungen Frau mit dem Bubikopf liegt man in den Clubs und Cafés zu Füßen. Ende der zwanziger Jahre gilt sie als eine Art It-Girl. Die Modeblätter reißen sich um sie. Nach Veröffentlichungen in Zeitschriften wie der Dame erscheint 1930 bei Rowohlt ihr erster Roman Die Vielen und der Eine. 1937 emigriert sie in die USA und lebt bis zu ihrem Tod 1966 als Publizistin, Übersetzerin und Theaterautorin in New York.

In den letzten Jahren wurden neben ihrem Debütroman auch weitere aus dem Nachlass veröffentlicht, zuletzt erschienen ihre Feuilletons über Frauen, Männer, den Zeitgeist und die Lebensart der zwanziger Jahre unter dem Titel Das Mädchen mit wenig PS.

»Ruth Landshoff-Yorck war einer der wildesten unter den nicht eben zahmen Bubiköpfen der Weimarer Republik.« (Erhard Schütz, Das Magazin)

»… Ruth Landshoff-Yorck konnte mehr als spötteln und feiern und verwegen sein. Sie schrieb kess und scharf, witzig und zärtlich.«  (Maike Wetzel, Freitag)

Fritzi Haberlandt

Fritzi Haberlandt

Fritzi Haberlandt, geb. 1975, studierte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Bereits zu dieser Zeit arbeitete sie mit Robert Wilson zusammen (1997-1999). Von 2000 bis 2005 war sie festes Ensemblemitglied am Thalia Theater in Hamburg. Die Zeitschrift „Theater heute“ zeichnete sie für ihre Rollen an diesem Haus gleich zwei Mal hintereinander als Nachwuchsschauspielerin des Jahres aus (2000/2001). 2006 wechselte sie zum Berliner Maxim Gorki Theater unter der Intendanz von Armin Petras. Sie arbeitete außerdem mit Jan Bosse, Andreas Kriegenburg und Christoph Schlingensief.

Erstmals im Film trat Fritzi Haberlandt in Egon Günthers Die Braut (1999) auf. Wenig später spielte sie eine Hauptrolle in der Ingrid-Noll-Verfilmung Kalt ist der Abendhauch (2000) von Rainer Kaufmann, dafür wurde sie 2001 mit dem Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Den Deutschen Filmpreis gewann sie 2004 als beste Nebendarstellerin in Hendrik Handloegtens Liegen lernen (2003). Außerdem spielte sie in Lars Büchels Erbsen auf halb 6 (2004), der Judith-Hermann-Verfilmung Nicht als Gespenster (2006) von Martin Gypkens, Andreas Kleinerts Freischwimmer (2007) Für ihre herausragende komödiantische Leistung in Markus Sehrs Eine Insel namens Udo (2011) gewann sie 2012 den Ernst-Lubitsch-Preis. An der Seite von Mario Adorf spielte sie in diesem Jahr die Hauptrolle in Lola Randls Die Libelle und das Nashorn (2012). Sie ist außerdem regelmäßig in großen Fernsehrollen zu sehen, zum Beispiel im „Tatort“ oder in „Polizeiruf 110“. Aktuell spielt Fritzi Haberlandt am Schauspielhaus Stuttgart und am Deutschen Theater Berlin.

 

© Foto Matthias Bothor

Britta Jürgs

Britta Jürgs

Literaturwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin mit einem großen Faible für „vergessene“ Autorinnen und interessante Frauen der 20er Jahre, das sich im Programm des 1997 von ihr gegründeten AvivA Verlags niederschlägt.

© Foto: Yvonne de Andres

Ruth Landshoff-Yorck

Ruth Landshoff-Yorck

Ruth Landshoff-Yorck, 1904 in Berlin geboren, entstammte dem jüdischen Bürgertum und war die Nichte des Verlegers Samuel Fischer. Sie besuchte die Schauspielschule, wirkte in Murnaus Nosferatu von 1922 mit und trat am Theater auf. Nach Veröffentlichungen in Zeitschriften wie der Dame kam ihr erster Roman Die Vielen und der Eine 1930 bei Rowohlt heraus. Ihre nächsten Romane, Die Schatzsucher von Venedig und Roman einer Tänzerin, konnten in Deutschland vor 1933 bereits nicht mehr erscheinen. 1937 emigrierte sie in die USA und lebte bis zu ihrem Tod 1966 als Publizistin, Übersetzerin und Theaterautorin in New York.

Termin

Mo, 25.4.2016, 21:00 Uhr

Ort: Galli Theater | Map
Eintritt 8,-/ erm 6,- €

Tickets

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