Mi, 27. April 2016

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11:00 Uhr

Shared Reading

Das vor über zwanzig Jahren in Liverpool entwickelte und in Großbritannien überaus erfolgreiche Konzept des gemeinsamen Lesens brachten Thomas Böhm und Carsten Sommerfeldt 2015 nach Deutschland. Gerade erst im März stellten sie dieses außergewöhnliche Lese-Erlebnis im Rahmen der Leipziger Buchmesse einem größeren Publikum vor. READ!BERLIN ist das erste Literaturfestival, das Shared Reading zu einem Betsandteil seines Programms macht.

Und so funktioniert’s: Gemeinsames Lesen einer Kurzgeschichte und eines Gedichtes mit ausreichend Zeit für ihre Wirkung. Literatur als sinnliche Erfahrung in kleiner Runde, in der besprochen wird, was man individuell wahrgenommen hat, aktiv teilnehmend oder einfach nur zuhörend.

Thomas Böhm

Thomas Böhm

Thomas Böhm, geboren 1968 in Oberhausen, war 1999 bis 2010 Programmleiter des Literaturhauses Köln, 2012 bis 2014 des internationalen literaturfestivals berlin, 2011 des Ehrengastauftritts Islands bei der Frankfurter Buchmesse und 2014 während der Leipziger Buchmesse Kurator von Auftritt Schweiz.

 

Termin

Mi, 27.4.2016, 11:00 Uhr

Ort: Galli Theater| Map
Eintritt frei

14:00 Uhr

Literarischer Spaziergang mit Helmut Kuhn

Ernst Haffner: Blutsbrüder

Blutsbrüder, der Cliquenroman von Ernst Haffner wurde 1933 vom NS-Regime verboten und öffentlich verbrannt. 2013 ist es bei Metrolit neu aufgelegt worden. Das Buch erschien ursprünglich 1932 unter dem Titel „Jugend auf der Landstraße Berlin“. Die Neuausgabe trägt den Namen der Clique, über die Haffner schreibt. In der Milieu- und Sozialstudie geht es um den Alltag der Halbstarken, die Anfang der 1930er Jahre in Berlin und anderen deutschen Großstädten massenhaft auf den Straßen leben, weil die prekären wirtschaftlichen Verhältnisse brutal sind. Mit ihren selbstorganisierten Cliquen schaffen sie sich einen Familienersatz, Zufluchtsort, ein wenig Sicherheit und soziale Wärme. Sie verdingen sich als Tagelöhner und Laufburschen, werden aber auch kriminell, prostituieren sich und lassen sich nachts von der „Schlummermutter“ Olga illegal einen Schlafplatz vermieten. Poetisch und mit einem tieftraurigen Realismus erzählt, folgt Haffner den Mitgliedern der Jugendbande und beschreibt ihren grausamen Überlebenskampf und ihren Freiheitswillen, der sich in einer Jugendsubkultur äußerte, die heute vergessen ist.

„Was ist peinlicher: wenn einer zum Kriegsverbrecher und Judenmörder wird wegen seines Hungers oder wegen seiner nationalistischen Ansichten? Ernst Haffner, Journalist und Sozialarbeiter, gab darauf eine sehr logische und eindeutige Antwort. So logisch, dass sein großartiges, prophetisches, deprimierendes Buch 1933 auf dem Scheiterhaufen der Nazis landete. Jetzt aber ist es zum Glück wieder da, denn gute Bücher brennen nicht.“ Maxim Biller in der Süddeutschen Zeitung

Helmut Kuhn begeht mit seinen Zuhörern die Schauplätze der Handlung rund um den Alexanderplatz.

 

Helmut Kuhn

Helmut Kuhn

Helmut Kuhn, geboren 1962, studierte Geschichte und Publizistik in Berlin und Paris. Er arbeitete bei der deutsch-jüdischen Zeitschrift Aufbau in New York und lebt heute als freier Journalist und Autor in Berlin. Kuhn schreibt u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Stern, Focus und mare. 2002 erschien sein vielbeachtetes Romandebüt Nordstern. Als Co-Autor verfasste er zusammen mit Murat Kurnaz Fünf Jahre meines Lebens. Ein Bericht aus Guantanamo (2007), über den John Le Carré schrieb: „Der mitfühlendste, ehrlichste und würdevollste Bericht über die Schande Guantanamo, den es je gegeben hat.“ Sein Roman Gehwegschäden erschien im Frühjahr 2012.

© Foto Oliver Kern

Ernst Haffner

Ernst Haffner

Ernst Haffner arbeitete zwischen 1925 und 1933 als Journalist und Sozialarbeiter in Berlin. Mit der Machtergreifung der NSDAP verliert sich seine Spur. Der hier vorgestellte Roman blieb seine einzige Buchpublikation.

Termin

Mi, 27.4.2016, 14:00 Uhr

Starpunkt: Galli Theater| Karte
Eintritt: 8,-/6,- €

Tickets

17:00 Uhr

Shared Reading

Das vor über zwanzig Jahren in Liverpool entwickelte und in Großbritannien überaus erfolgreiche Konzept des gemeinsamen Lesens brachten Thomas Böhm und Carsten Sommerfeldt 2015 nach Deutschland. Gerade erst im März stellten sie dieses außergewöhnliche Lese-Erlebnis im Rahmen der Leipziger Buchmesse einem größeren Publikum vor. READ!BERLIN ist das erste Literaturfestival, das Shared Reading zu einem Betsandteil seines Programms macht.

Und so funktioniert’s: Gemeinsames Lesen einer Kurzgeschichte und eines Gedichtes mit ausreichend Zeit für ihre Wirkung. Literatur als sinnliche Erfahrung in kleiner Runde, in der besprochen wird, was man individuell wahrgenommen hat, aktiv teilnehmend oder einfach nur zuhörend.

Carsten Sommerfeldt

Carsten Sommerfeldt

Carsten Sommerfeldt koordinierte als Pressechef des Berlin Verlags (1996-2011) und der Verlagsgruppe Droemer Knaur (2011 – 2014) sämtliche große Pressekampagnen in Belletristik und Sachbuch , das Online-Marketing und die Social-Media-Aktivitäten. Zudem organisierte er zahlreiche Lesereisen mit internationalen SchriftstellerInnen und Persönlichkeiten wie Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer, Zeruya Shalev, Ingo Schulze, Richard Sennett, Margaret Atwood, Richard Ford und Hillary Clinton.
www.shared-reading.de

© Foto: Colin McPherson

Termin

27.4.2016, 17:00 Uhr
Ort: Galli Theater| Map
Eintritt frei

20:00 Uhr

Ägypten zwischen Heute und Morgen

Annika Reich (Die Nächste auf ihrer Seite), Ihab Kassem (Adel and Soad in the Garden/ Abo El Qafa) und Dina El-Sharnouby (Politikwissenschaftlerin) im Gespräch mit Frank Alva Buecheler.
Übersetzung: Lama Al Haddad
In Kooperation mit »Wir machen das« und »FREEARTUS«

Veranstaltung in deutscher, englischer und arabischer Sprache

Ein Abend Rund um das Thema Ägypten. Autorin Annika Reich (Die Nächte auf ihrer Seite) begegnet ihrem ägyptischen Kollegen Ihab Kassem (Adel and Soad in the Garden/ Abo El Qafa). Die Berlinerin liest aus ihrem Roman, der Kairoer zwei seiner Kurzgeschichten. Gemeinsam diskutieren sie anschließend mit der Politikwissenschaftlerin Dina El-Sharbnouby über dieses Land mit dem grandiosen kulturellen Erbe und den so ungewissen Zukunftsperspektiven.

 

Annika Reich

Annika Reich

Annika Reich ist Schriftstellerin. Sie hat Philosophie und Ethnologie studiert und lebt in Berlin. Ihre Romane erscheinen im C. Hanser Verlag. Zuletzt „Die Nächte auf ihrer Seite“, der in Berlin und Kairo spielt. Sie ist Kolumnistin von „10nach8“ auf Zeit-Online und arbeitet als Gastdozentin an der Kunstakademie Düsseldorf sowie an der Bayerischen Akademie des Schreibens. Sie ist eine der Initiatorinnen von „Wir machen das“, einem Aktionsbündnis von Newcomern und Einheimischen (www.wirmachendas.jetzt).

Ihab Kassem

Ihab Kassem

Ihab Kassem wurde 1961 in Kairo geboren und zählt sich zu jener Mittelschicht, die für die Majorität der Ägypter steht. Ihab Kassems familiäre Wurzeln reichen zu den Felahhen – das heißt so viel wie Bauer oder Bauernhof – zurück. Neben seiner beruflichen Laufbahn als Banker begann Kassem vor rund zwanzig Jahren mit Artikeln für nationale Zeitungen und Zeitschriften auf die verwirrenden ägyptischen Verhältnisse zu reagieren. Sein Hauptinteresse galt – und gilt – der Erkundung der Ursachen für das ägyptische Dilemma zwischen grandiosem kulturellen Erbe und ungewisser Zukunftsperspektive…

2009 veröffentlichte Kassem sein erstes Buch Adel and Soad in the Garden. Die Sammlung von Kurzgeschichten stieß auf großes Interesse und weithin positive Aufnahme. Im September 2010 wurde El Awila Masr or Egypt, the Beginning publiziert, jenes Buch, das die ägyptische Identität bis zu ihren Ursprüngen zurück verfolgt, um sie der Zukunft verfügbar zu machen. Drei Monate vor der Revolution vom 25. Januar 2011 herausgekommen meinten Kritiker in ihm eine Vorwegnahme der Ereignisse zu erkennen. In der Tat, die Hauptthese des Buches zur Ägyptischen Identität kann als die wesentliche Kraft hinter der zweiten Revolution von 2014 angesehen werden.

2013 wurde im libanesischen Beirut Maloon or Cursed herausgegeben, eine Geschichte über die Folgen jenes Krieges und dessen Auswirkungen auf Ägypten, der in den frühen 1960er Jahren im Jemen begann und 1967 auf dem Sinai endete…

Dina El-Sharnouby

Dina El-Sharnouby

Dina El-Sharnouby ist Doktorandin an der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies und promoviert in Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Bevor El-Sharnouby nach Berlin zog, lebte sie in Kairo, wo sie an der Amerikanischen Universität Soziologie und Anthropologie studierte. Seit dem politischen Umbruch in Ägypten 2011, an dem El Sharnouby aktiv beteiligt war, konzentrierte sich ihre Forschung auf die Themen: Demokratie, Revolutionen und Transformationen mit einem Schwerpunkt auf die Frage der Jugend. Anhand von Feldforschung in Ägypten, theoretischer Fundierung, Partizipation am Umbruch und zivilgesellschaftliches Engagement versucht El-Sharnouby folgende Frage zu beantworten, was aus der revolutionären Jugend in Ägypten geworden ist. El-Sharnouby verfasste dazu Kommentare in open-Democracy, wissenschaftlichen Publikationen sowie Beiträge auf FAZ- und ZEIT-Online.

Frank Alva Buecheler

Frank Alva Buecheler

Frank Alva Buecheler geboren 1957 in Hamburg, ist Theaterregisseur, Librettist und Kulturunternehmer, er hat an verschiedenen Universitäten und Akademien Medien- und Kulturmanagement  sowie Schauspiel unterrichtet, ist Dozent für Ästhetik an der SRH Hochschulde der populären Künste in Berlin, Mitbegründer von FREEDOMUS Hilfe für Flüchtlinge mitten in Berlin e.V. sowie Geschäftsführender Gesellschafter von FREEARTUS artists and refugees united for freedom gGmbH – eine NGO, die neue Modelle der Kooperation von Newcomern und Europäern konzipiert, erprobt und umsetzt, sich zudem auch international engagiert, etwa im Libanon oder in Ägypten.

 

 

Termin

Mi, 27.4.2016, 20:00 Uhr

Ort: Galli Theater | Map
Eintritt: 8,-/ erm. 6,- €

Tickets

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